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FRIEDENSBRUGG
2004/2005
Ausbildung
und Supervision für TrainerInnen in gewaltfreier Kommunikation (NVC) in Novi
Sad (Serbien)
(Projektleitung
Verena Jegher) Während
einer Arbeitswoche am Oekumenischen Humanitären Zentrum von Novi Sad im
November 2004 wurden ein NVC-Kurs für AnfängerInnen, ein Vertiefungskurs für
Fortgeschrittene und Kursleiterinnen, mehrere Seminare und Referate sowie
Supervision angeboten. Die Gruppen waren wie immer gemischt, ältere und jüngere
Menschen, diesmal – zu unserer Freude – mehr Männer als früher. Die
Teilnehmenden waren sehr aufgeschlossen und stellten mehr Fragen als in früheren
Jahren, wodurch es zu angeregten Gesprächen kam. Für
die Fortsetzung der Ausbildungsarbeit am Oekumenischen Humanitären Zentrum wünscht
sich FRIEDENSBRUGG von der Partnerorganisation in Novi Sad ein aktiveres Bemühen
um die Zusammenarbeit. Die von uns gestellte Bedingung, dass die
Organisatorinnen und Auszubildenden auch ausserhalb der Kurse mit der
Projektleiterin von FRIEDENBRUGG elektronisch Kontakt pflegen und vor allem ihre
Bedürfnisse formulieren, hat bereits Wirkung gezeigt: Inzwischen ist der
Kontakt reger geworden, und die Samen scheinen sachte zu spriessen..... Seminare
für Lehrkräfte in Tetovo (Mazedonien)
Projektleitung: Daniel Martin, Otto Studer, Agathe Schuler Politische
Situation in Mazedonien: In
Mazedonien laufen Prozesse der Dezentralisierung und Föderalisierung;
entsprechende Gesetze sollen in zwei Etappen umgesetzt werden. Zuerst wird (u.a.
mit Mitteln der Weltbank) den Gemeinden im Bereich Infrastruktur zu mehr
Autonomie verholfen, ab 2007 werden die Gemeinden weitere Kompetenzen erhalten
und eigene Steuermittel, z.B. für Lehrergehälter, einsetzen können. Dabei
soll in Kauf genommen werden, dass je nach wirtschaftlicher Situation einer
Gemeinde unterschiedlich ausgestattete (Bildungs)-Angebote entstehen. Weiter
soll das Schulwesen „entpolitisiert“ werden. In
der Berichtsperiode konnten die Teams von FRIEDENSBRUGG drei Seminare für
Lehrkräfte in Tetovo, Mazedonien anbieten. Jedes Mal nahmen zwischen 30 und 40
Lehrerinnen und Lehrer mazedonischer und albanischer Ethnie teil. Die
Themen waren: Mai
2004
Konflikte in der Schule, wie gehen wir damit um? November
2004
Spielen, mit Spielen spielend lernen Mai
2005
Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule Die
wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten Mazedoniens spiegeln sich auch
im Unterrichtswesen wieder. Das Engagement der Lehrkräfte wird überschattet
von den knappen Ressourcen. Viele Schulen und Klassen haben eine vernachlässigte
Infrastruktur und sind nur mangelhaft mit Schulmaterial ausgerüstet. Dank
grosszügigen Spenden unserer Mitglieder und Gönner konnte FRIEDENSBRUGG beim
Besuch im Mai 2005 vier Schulen Arbeitshilfen für den Unterricht übergeben.
Das Schulmaterial, grossformatiges farbiges Zeichenpapier, Hefte, Bleistifte,
Wasserfarben, Pinsel, Lineale, Dreiecke, Zirkel, wurde in einer kleinen
Papeterie in Tetovo eingekauft – so entfallen die Transportkosten und
FRIEDENSBRUGG unterstützt das lokale Gewerbe. Bei unserem nächsten Besuch
sollen weitere Spendengelder für Schulmaterial auf gleiche Weise eingesetzt
werden.
Für
Herbst 2005 ist ein weiterer Workshop in der Region Tetovo geplant. Gleichzeitig
möchten wir abklären, ob eine Fortsetzung der Seminar für Lehrkräfte in der
Gegend von Kumanovo im Norden von Mazedonien an der Grenze zum Kosovo möglich wäre.
Dort sind kaum ausländische NGOs aktiv und die wirtschaftlichen und politischen
Perspektiven besonders schlecht. Biolandbau
in Osijek (Kroatien)
(Projektleitung:
Peter Fankhauser) Wir
haben von Ferne mit Freude beobachtet, wie sich dieses abgeschlossene Projekt in
den beiden Jahren gut gehalten und weiterentwickelt. Es war bis heute keine
finanzielle Unterstützung aus unserem Hilfsfonds notwendig. Das
lange geplante Joint Venture der BIOINSPEKT mit der schweizerischen IMO-Stiftung
ist jetzt offiziell geschlossen worden. Damit sind die Chancen wesentlich
gestiegen, dass sich die Inspektions-Firma in Brüssel akkreditieren kann. Sie würde
damit eine wesentliche Hilfe für erfolgreichen Export in die EU schaffen. Die
BIOPA PRODUKT GmbH offeriert neu eigene Produkte für kleine Bioläden in
Kroatien. Mit einer neu geschaffenen Reihe von Spezialmehlen wollen sie einen
konstanten Absatz festigen. Auf dem lokalen Bio-Marktstand in Osijek sind jetzt
mehr und bessere Produkte zu finden und die Umsätze entwickeln sich.
Kompostieren
in Subotica (Serbien)
Projektleitung:
Margrit Fankhauser) Zu
unserer Ueberraschung hat sich dieses – an sich abgeschlossene - Projekt
wieder belebt. Die damaligen Teilnehmer am Ausbildungskurs für Kompostberater
aus dem serbischen Subotica sind in ihrer Heimatstadt ausserordentlich aktiv. Im
Laufe der Jahre 2003 und 2004 haben sie mit ihrem neuen Verein viele Schulen,
Privatleute und die Stadtverwaltung zum Kompostieren motiviert. Ihre Arbeit
wurde so stark beachtet, dass der Bürgermeister der Stadt (Subotica hat
immerhin 100'000 Einwohner) uns gebeten hat, auch in Subotica nochmals einen
Ausbildungskurs durchzuführen. Wir haben im Mai 2005 mit Unterstützung der bewährten
Ausbildnern Reto Lareida (BL) und Dieter Simonet (BS) einen Kurs durchgeführt.
Er war ein voller Erfolg: Etwa 30 Teilnehmer aus Subotica und der weiteren
Vojvodina, eine Super-Stimmung, ein toller Tagungsort im Zoo des Vorortes Palic
und als Zusatz das wunderbarste Wetter haben ihn geprägt. Zwei
Dinge haben uns besonders überrascht und erfreut: Erstens leistet der
Kompostverein Subotica eine unglaublich aktive, gute und weitgehend
professionelle Arbeit. Aus technischer Sicht wäre unser Kurs kaum nötig
gewesen; er hat aber vor allem für die weitere Umgebung der lokalen Arbeit zusätzlichen
Schwung geben können. Zweitens gibt uns die politische Situation der Stadt eine
grosse Befriedigung: Subotica war vor dem Krieg eine multikulturelle Stadt von
Ungaren, Kroaten, Serben, Roma und anderen Ethnien. Sie hat diese Vielfalt durch
den Krieg hindurch erhalten und ist heute mehr denn je dazu entschlossen, sie
auch in alle Zukunft zu bewahren. Während des Krieges hat die Angst die Stadt
geprägt, von den Nationalismen überfahren zu werden. Heute ist sie
selbstbewusster denn je und will in Serbien ein Vorbild sein. Schöner könnten
die Ziele von FRIEDENSBRUGG gar nicht umgesetzt werden. August
2005
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Stand: 07. July 2010 |