|
|
|
Seminar EFFEKTIVE PARTNERSCHAFT ZWISCHEN JUNGENDLICHEN UND ERWACHSENEN (Kennen lernen der für die Jugendlichen wichtigen Themen mit dem
Schwerpunkt ihrer sexuellen und reproduktiven Gesundheit) 15./16. März 08 Schule Goce Delcev, Tetovo,
Mazedonien Leitung:
Hristian Danvuloski, HOPS (Healthy Options Project Skopje) Drasko Kostovski,
H.E.R.A. (Health Education and Research Association) Organisation und Koordination:
Zoran Andonov
Radica Dimitrieska Uebersetzerin:
Violeta Pavloska Allgemeine Bemerkungen Nach dem erfolgreichen Workshop im April 07 war das
Interesse an einem weiteren Seminar sowohl von Seiten Zorans und der
Organisatorinnen als auch von Seiten der Teilnehmenden unbestritten. Den Hinweis
aus der Schweiz, mögliche Fachpersonen für das von ihnen gewählte Thema
anzufragen, nahmen sie sich zu Herzen. Die Zusammensetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprach bezüglich Geschlecht und ethnischer Zugehörigkeit ziemlich genau derjenigen der letzten Workshops. Gesprochen wurde auf Wunsch der Teilnehmenden ausschliesslich Mazedonisch. Als Kurslokalität diente wiederum die Schule Goce Delcev. Die beiden Kursleiter Hristian und Drasko überzeugten mich sehr, was ihre Fähigkeiten bezüglich Moderation, klare Gesprächsführung, eindeutige Aufträge, Einbezug der Teilnehmenden und Art und Weise, wie sie heikle Themen direkt und doch ohne jeglichen Zwang für die einzelnen Teilnehmenden ansprachen. Ihre Erfahrung mit dieser Arbeit zu ähnlichen Themen war unverkennbar. Entsprechend machten die Teilnehmenden auf mich einen durchwegs interessierten und engagierten Eindruck. Mein Lob gaben Hristian und Drasko an „die sehr gute Gruppe weiter, welche es sich ganz offensichtlich gewöhnt sei, zusammen zu diskutieren und etwas zu erarbeiten.“ Inhalt und Ziel Den Kursleitern
ging es vor allem darum, die Teilnehmenden für die Anliegen und die Sicht der
Jugendlichen zu sensibilisieren sowie um die Vermittlung der aktuellen Situation
in Bezug auf HIV/Aids in Mazedonien. Ablauf Samstag, 15. März
08 Zum Einstieg teilten die Kursleiter einen Fragebogen aus (siehe Beilage), welcher anschliessend im Plenum besprochen wurde. Es folgte ein Referat zum Thema „Die Geschlechter und ihre Identität“. In einem spontanen Rollenspiel führten zwei Frauen ein Gespräch über ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Nach dem Mittagessen teilten sich die Teilnehmenden in zwei Gruppen auf. In jeder Gruppe wurden typische Eigenschaften und Merkmale für Frauen und Männer zusammengetragen, auf Plakaten festgehalten und diskutiert. In einer weiteren Gruppenarbeit wurde eine bestimmte Situation, welche es an der Schule unter Einbezug der Jugendlichen zu lösen galt, zugeteilt. Jedes Gruppenmitglied erhielt eine bestimmte Rolle. In den anschliessenden Präsentationen wiesen die einzelnen Gruppen einen grossen Ideereichtum aus. Den Abschluss des Tages bildete ein Referat mit dem Titel „ Die Jugendlichen als Objekte“. Sowohl dabei als auch in den Kommentaren zu den einzelnen Gruppen plädierten die Kursleiter wiederholt für eine möglichst umfassende Mitsprache der Jugendlichen. Sonntag,
16. März 08 Der zweite Tag wurde eingeleitet, indem die Teilnehmenden ein Blatt herumreichten, auf welchem sie die Aussage „Sex ist…“ mit ihren eigenen Ideen vervollständigten. Die Kursleiter lasen die mehrheitlich ernsthaften Aussagen anschliessend vor, wobei vor allem die Variante „…Schweizer Schokolade“ die letzte Verlegenheit zu vertreiben vermochte. Zwei Gruppen erhielten je den Auftrag, einen in einer Schule vorgekommenen Fall zu bearbeiten (Drogenkonsum bzw. Gewalt unter Schülern). Die Präsentation erfolgte in Rollenspielen, wobei die jeweils andere Gruppe zur Suche ergänzender Möglichkeiten aufgefordert wurde. In einer Art Spontantheater mussten Personen aus dem Umfeld einer Drogenabhängigen wiederholt einen bezeichnenden Satz zu dieser sagen. Die bei der betroffenen Person ausgelösten Empfindungen sowie die unterschiedlichen Standpunkte wurden danach ausgewertet. Abschliessend teilten die Kursleiter einen Fragebogen zwecks Rückmeldungen und allfälligen weiteren Themenvorschlägen aus. Abschliessende Bemerkungen Die unmittelbaren Rückmeldungen waren von allen Beteiligten sehr positiv. Eine Stimme, welche sich gegen einen nächsten Workshop erhoben hätte, blieb ohnehin aus. Für Zoran ist es sowieso klar, dass er weitermachen will, sofern es die entsprechende finanzielle Unterstützung ermöglicht. Auch ich persönlich halte diesen Workshop für einen sehr gelungenen Anlass. Mir scheint die Kommunikation um ein mehrfaches einfacher, direkter und klarer zu sein, wenn die Kursleitung ebenfalls mazedonischer Herkunft ist. Dass die Teilnehmenden zudem mit Organisationen ihres Landes in Kontakt gekommen sind, erachte ich für einen weiteren Pluspunkt. Kathrin Thommen |
FRIEDENSBRUGG, Postfach, CH-4102 Binningen, e-mail: info@friedensbrugg.chDesign:
MANDAPRO AG
Stand: 07. July 2010 |