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Seminar für Lehrerinnen und Lehrer 2004 LehrerInnenworkshop
der Friedensbrugg in Tetovo, Mazedonien vom 27. und 28. November 2004
Warum Mazedonien Mazedonien, im Süden des ehemaligen Jugoslawien ist
wirtschaftlich nahezu perspektivenlos. Die albanisch sprechenden
MazedonierInnen zusammen mit den slawisch sprechenden MazedonierInnen bilden die
Bevölkerungsmehrheit. Sinti, Roma und türkischstämmige Minderheiten bilden
zusammen mit der albanischen und mazedonischen
Bevölkerung die
ethnische Vielfalt des heutigen Mazedonien. 40 % Arbeitslose, mangelhafte Schulbildung, keine Ausbildungsmöglichkeiten für handwerkliche Berufe.
Die Schule hat wenig Rückhalt bei der Regierung. Die Klassengrössen, die Schulraumausstattung und die didaktischen Hilfsmittel
waren in der Schweiz vor
rund 50 Jahren etwa die ähnlichen.
Mehr als 40 SchülerInnen in einer Klasse, 3 SchülerInnen in einer Bank, die für
zwei SchülerInnen bestimmt sind gehören zur Schulwirklichkeit von Mazedonien
im Jahr 2004. Das Anliegen der Friedensbrugg ist im Bildungsbereich folgendes: Wir wollen zusammen mit MitarabeiterInnen
aus Mazedonien ethnisch
gemischte LehrerInnen-Workshops ermöglichen.
Wir suchen die Workshopthemen aus dem Feedback des vergangenen Worshops. Unser gemeinsames Thema war: Spielen, mit Spielen spielend lernen Der örtliche Koordinator Zoran organisierte die personelle Zusammensetzung,
das Schulhaus, in dem der Workshop stattfinden konnte sowie
Besuche in zwei verschiedenen Schulen . Die beiden MitarbeiterInnen
Gezime und Vesna, eine albanische und eie mazedonische Mazedonierin haben für
die Hälfte der Workshopdauer die Leitung übernommen. Die gemeinsamen
Vorbereitungen und die Entwicklung des genauen Programms konnten wir mit dem
Internet planen. Mit Hilfe von UebesetzerInnen für Albanisch und Mazedonisch konnten wir
unseren Workshopteil in Deutsch leiten. Wie das Team aus der Schweiz
die gemeinsame Arbeit erlebt hat: Ruth „Spiele als Möglichkeit der Entspannung, Lösung von Stress im Unterricht
war mein spezifisches Theme zum Spielen. Beeindruckend war, wie engagiert und
zufrieden die Spielvorschläge aufgenommen wurden. Neben der konkreten Arbeit
waren auch die Pausen wichtige Treffpunkte für informellen Gedankenaustausch,
der rege genutzt worden ist.“ Lislott „Obwohl eine gemeinsame Sprache fehlte und die Uebersetzung das Ganze
etwas schwerfällig machte, hatte ich einen direkten und herzlichen Kontakt zu
den TeilnehmerInnen gefunden. Beeindruckt
hat mich die Armut und das Fehlen jeglicher Hilfsmittel in den Schulen,
andererseits aber auch die Lebendigkeit, die Kreativität, die aus dieser
Mittellosigkeit erwächst.“ Thomas „Interkulturelles Zusammenleben wurde tatsächlich gelebt, zusammen
gelacht, gespielt, diskutiert und neue Bekanntschaften unter den TeilnehmerInnen
sind entstanden. Die Besuche an den
Schulen waren wichtig. Je mehr ich sah und erfuhr, umso ärmer empfand ich
dieses Land.“ Daniel Die spontanen Begegnungen und die Herzlichkeit der häufig mittellosen
Menschen hat mich sehr berührt. Die
Schule ist der Spiegel der Nation. Armut
und Perspektivenlosigkeit sind allgegenwärtig. Die
Zusammenarbeit mit gemischtethnischen Lehrpersonen aus Mazedonien fördert das gegenseitige Verständnis unterschiedlicher
Kulturen und zeigt auf, dass Probleme nur im Dialog und nicht mit Gewalt gelöst
werden können. Wie weiter? Zwei junge LehrerInnen aus Tetovo haben sich spontan zur Verfügung
gestellt, zusammen mit Lehrpersonen aus der Schweiz, den nächsten Workshop im
Frühjahr 2005 zu planen. Als nächstes Thema wurde mehrheitlich die Zusammenarbeit Schule-Eltern
genannt. Wir können gespannt sein, wie sich die weitere Zusammenarbeit
weiterentwickelt. Entwicklung ist natürlich nur möglich, wenn auch die Schwachstellen
erkannt werden. Deshalb möchten wir beim nächsten
Workshop die Qualität der UebersetzerInnen
verbessern, weil die fachliche Kompetenz teilweise gefehlt hat. Es
sollten auch immer möglichst die gleichen 45 TeilnehmerInnen mitwachen, damit
Kontinuität möglich ist. Wir möchten auch vertiefte Einblicke in die Schule anstreben. Fazit Interkultuerelles Lernen ist eine Erfordernis unserer multikulturellen Welt.
Diese Herausforderungen müssen wir in der Bildung annehmen . Konkrete
Zusammenarbeit hilft uns, gegenseitig besser zu verstehen und bestehende
Vorurteile abzubauen. Das Leitungsteam Ruth Biland Lislott Rippas Thomas Dreier Daniel Martin |
FRIEDENSBRUGG, Postfach, CH-4102 Binningen, e-mail: info@friedensbrugg.chDesign:
MANDAPRO AG
Stand: 07. July 2010 |