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Seminar für Lehrerinnen und Lehrer 2006
FEELING FINE BODY AND SOUL ME AND YOUTODAY AND TOMORROW 25./26. November 06 Schulhaus Goce Delcev, Tetovo, Mazedonien Leitung:
Annemarie Renold
Elisabeth Bernroitner
Thomas Meury
Oskar Ruch
Kathrin Thommen Organisation und Koordination
in Tetovo:
Zoran Andonov Übersetzerinnen:
Violeta Pavloska
Arjeta Kameri Teilnehmende:
39 Lehrpersonen aus Tetovo und Umgebeung Einleitung Zum sechsten und letzten Mal
reiste eine Gruppe der FRIEDENSBRUGG nach Tetovo. Die Realisierung dieses
Workshops schien wegen fehlendem „Personal“ einen Moment lang gefährdet
zu sein. Dank einem breit gestreuten Aufruf erklärten sich neben Elisabeth
Bernroitner und mir auch Annemarie Renold, Oskar
Ruch und Thomas Meury bereit mitzukommen. Glücklicherweise zeigte sich
auch unser lokaler Koordinator Zoran Andonov flexibel und ermöglichte somit
eine Verschiebung des Seminars um drei Wochen. Zoran hat in allen Bereichen einmal mehr hervorragende Arbeit geleistet. Trotz eines am gleichen Wochenende stattfindenden, angeblich obligatorischen Computerkurses konnte er 39 Teilnehmer/innen für unser Seminar gewinnen. Zudem organisierte er den gemeinsamen Abschluss am Sonntag in Form eines Besuchs der „Bunten Moschee“, der Kirche von Lesok und dem anschliessenden Mittagessen. Dass die Organisation auch in allen übrigen Punkten bestens klappte, ist ja fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden… Thema und
Ziel Die Wahl eines Themas fiel uns
gar nicht so leicht. Aufgrund der Erfahrungen war klar, dass es den
Teilnehmer/innen viel Eigenaktivität ermöglichen soll. Weiterhin sollten
sowohl der Abschluss und Abschied als auch eine selbständige Fortsetzung der
Weiterbildung Theme des Seminars sein. Schliesslich einigten wir uns
darauf, die Teilnehmenden mit Inhalten vertraut zu machen, mit welchen wir
selber gute Erfahrungen gemacht haben, welche uns selber in irgend einer Art
gestärkt haben. Inhalte und
Ablauf Siehe
folgende Berichte zu den einzelnen Workshops. Workshop
„Fit und stark“ Die Ideen, die ich nach
Mazedonien brachte, probierten wir auch gleich in meinem Kurs aus. Ich hatte
alle Spiele, Übungen und Vorschläge nach folgenden Kriterien ausgewählt: v
Alle
haben zum Ziel, die Persönlichkeit zu stärken und sich gesund und gut zu fühlen v
Einfache
Umsetzung in der Schule und im persönlichen Alltag möglich v
Sie
sind mit den Schülern bereits ausprobiert worden v
Sie
bringen bei wiederholtem Einsetzen gute Erfolge v
Sie
machen vor allem auch Spass! Und so war es auch. Es war
für mich beeindruckend, mit wie viel Einsatz und Freude alle mitmachten! Ob
Mann oder Frau, jung oder alt, albanischer oder mazedonischer Herkunft, alle
waren bester Laune. Die albanischen Lehrpersonen verzichteten sogar freiwillig
auf eine Übersetzung in ihre Muttersprache. Nach den gespielten
Begegnungen in verschiedenen Gefühlslagen strahlten die Gesichter auch bei
jeder neuen Entspannungsübung. Meinen Vorschlag zur Problemlösungsstrategie
nahmen die Lehrerinnen und Lehrer interessiert entgegen. Auf der nachgesprochenen
und gespielten Löwenjagd (Thema Mut und Angst) übertrafen sie sich selbst. Sehr gefreut hat mich
schliesslich, dass wir am Sonntag früh vor Kursbeginn in einer Achtergruppe
eine wunderschöne einstündige Walking-Tour unter die Füsse nehmen konnten. Trotz kaum beheiztem Zimmer
und kaltem Nebel am Sonntag liessen wir der Kälte keine Chance, sich in
unserer Stimmung niederzuschlagen!
Elisabeth Bernroitner-Brunner World Café
Sa. 25.11.2006 ; 11.30 -13.00 Uhr In der ersten Diskussionsphase
(30’) notierte ein Teilnehmer (TN) pro Tisch die Ergebnisse stichwortartig
auf einem aufliegenden Flipchart-Poster. In der zweiten Phase blieb dieser TN,
auch „Gastgeber“ genannt, am Tisch, während alle andern TN je an einen
anderen Tisch wechselten, so dass eine grösstmögliche Durchmischung
stattfand. In den nächsten 10’ musste der „Gastgeber“ seiner neuen,
bunt durchmischten Tischrunde die Resultate der ersten Runde mitteilen. In der
dritten Phase begaben sich alle wieder zurück an ihren „Stammtisch“,
angereichert mit den Ideen
weiterer vier Tische, und diskutierten das Thema weiter, setzten Schwerpunkte
usw. Die Arbeitshaltung war gut und
durch das Setting, durch welches alle miteinander in regen Gesprächs-austausch
treten konnten, kam der sehr lebhaften - zeitweilig zu wenig Zurückhaltung
neigenden - Art der Teilnehmerinnen sehr entgegen. Der Kursblock endete mit der
Aufforderung, in informellen Gesprächen die Fragestellung bis am Sonntag
reifen zu lassen. Tatsächlich haben sich dann
am Sonntag nach den Führungen (Bunte Moschee und Klosterkirche) beim
Abschiedsessen im Restaurant auf Aufforderung durch uns vom Moderatorenteam
recht spontan zwei Frauen (Vesna und Gesime, beides mehrmalige
Workshopteilnehmerinnen) gemeldet, welche die Bereitschaft zeigten, den Lead
zu übernehmen, um die Weiterbildungsgruppe in Eigenverantwortung weiter zu führen. Dies war, so denken wir, der
eigentliche, grosse Erfolg nicht nur unseres bescheidenen Blocks, sondern der
Abschlussveranstaltung „Tetovo November 2006“ schlechthin. Thomas Meury und Oskar Ruch Entspannungs- und Energieübungen Ich führte meinen Workshop in
zwei Gruppen mit je 20 Lehrpersonen im grossen Raum neben der Bibliothek
durch. Mein Ziel war, den Teilnehmern erste persönliche Erfahrungen mit
Hatz-Yoga anhand verschiedenster Übungen zu ermöglichen. Um ein Kerzenlicht-Mandala im
Kreis sitzend erfuhren wir zuerst Ruhe und Gelassenheit beim Beobachten
unseres Atems. Konzentriert wurden anschliessend Uebungen stehend oder liegend
durchgeführt. Gerne liess man sich am
Schluss, nach einer Entspannungsphase, vom kühlen Zimmer an den warmen
Meeresstrand mit Kieselsteinen „entführen“. Locker und freudig ging es
anschliessend mit echten „Glückssteinen“ in der Hand in die Pause und zum
nächsten Workshop. Annemarie
Renold Theater Zu Beginn erläuterte ich den
Teilnehmenden meine Gründe für die Wahl des Themas: Sowohl als Primarschülerin
als auch heute als Lehrerin gehören das Entwickeln, Einstudieren und Aufführen
eines eigenen Theaterstücks zu den wertvollsten Erfahrungen meiner
Schulkarriere, was die Stärkung der einzelnen Persönlichkeiten als auch den
Zusammenhalt einer Schulklasse betrifft. Da ein vollständiges
Theaterprojekt den Rahmen des Workshops eindeutig gesprengt hätte, beschränkte
ich mich auf eine Auswahl an spielerischen Vorübungen. Diese lassen sich
folgenden Themenbereichen zuordnen: Blick
und Ausdruck, Körpergefühl, Rhythmus, Stimme/Sprache. Entgegen meiner vorgängigen
Bedenken beteiligten sich sämtliche Teilnehmer/innen mit viel Begeisterung an
den Spielformen, die zum Teil ein nicht geringes Mass an gegenseitigem
Vertrauen erforderten. Auf die Übersetzung der unumgänglichen Erklärungen
in zwei Sprachen verzichteten sie freiwillig, wobei ich selber mich soweit als
möglich des Mittels der Pantomime bediente. Aus zeitlichen Gründen konnte
ich mein Repertoire nicht ausschöpfen. Dafür kamen unsere Lachmuskeln umso
mehr zum Einsatz. Kathrin
Thommen
TZT – Abschiedsworkshop*Plenum im Kreis sitzend in der
grossen Eingangshalle: kurzer, mit farbigen Kärtchen visualisierter
theoretischer Input über Idee und method. Elemente des TZT: Spielerisches Lernen, mit
Kopf, Herz und Hand, handlungsorientiert, mit Bewegung und viel Begegnung,
Musik, Erstarrung in einer Position, oft nonverbal (intensiviert innere und äussere
Wahrnehmung), Gefühle sind wichtig, Kommunikation vielfältig und lustig
(Augenzwinkern, Berührung zweier Ellbogen etc.). All
dies wird gleich ausprobiert in kurzen Übungssequenzen: div. Bewegungs- und
Begegnungsarten in versch. Gefühlslagen, immer wieder (bei Musikstopp)
Erstarren zu Einzel- oder Gruppenstatuen; in Gruppen Ballon aufblasen, spielen
damit (Ball immer in der Luft), grössere Gruppen und 2 Ballone; das Ganze
rein pantomimisch: Koordination, Aufmerksamkeit für Andere, nonverbale
Kommunikation. – Partner spiegeln bei der Morgentoilette (seitenverkehrt) in
Zeitlupe, möglichst genau. – Blindenführspiel (Verantwortung übernehmen
und Führen, bzw. sich führen lassen, feine Abstimmung, verbal/nonverbal);
nach draussen, dort Kameraspiel: Blinder ist Kamera, Führer/in Fotograf,
Zupfen am Ohrläppchen = klick! Es werden Naturmaterialien, Details
aufgenommen. Diese werden gleich gepflückt, aufgelesen, mitgenommen,
drinnen in der Kreismitte entsteht ein Arrangement = Materialsammlung für die
letzte, nonverbale Phase. Auf Tischen am Rand liegt pro Teilnehmer/in ein
kleiner Block Modellierton. Jede/r TN hat 15’ Zeit, eine kleine Skulptur zu
gestalten, die etwas Ideelles oder Konkretes im Rückblick auf all die
erlebten Workshops ausdrückt. Die Naturmaterialien dürfen auch verwendet
werden. Die fertigen Werke werden ins Zentrum auf den Boden gestellt,
bewundert, besprochen, fotografiert... ein grosses Staunen über die Vielfalt
der Kreativität und all die „festgehaltenen“ wertvollen Momente. Das
Gesamtkunstwerk setzt sich aus mannigfachen, sehr individuellen Fazetten
zusammen. – Am Schluss grosser Kreis um das Gesamtkunstwerk, Hände
verbunden, schweigendes Wahrnehmen und Verabschieden dieses Moments, wirken
lassen – grosses Dankeschön an alle! *Ideen
nach Heinr. Werthmüller u.a., TZT-Impulse Nr. 4,… und tschüss !, SI
TZT-Verlag 1997 Beobachtungen: Viele
intensive fröhliche, feine, traurige, nachdenkliche Momente wurden
wahrgenommen und ausgedrückt. Reflexion übers gemeinsame Unterwegssein v.a.
beim Modellieren mit Händen zu greifen! „Wer Augen hat zu sehen, der
sehe!“ – eindrückliches Gesamtkunstwerk. – Nonverbale Übungen waren für
die meisten TN völlig ungewohnt; der fröhliche Schwatzpegel war zuweilen
derart hoch (auch das ist eine Form des Abschieds), dass der Musikstopp nicht
mehr als Einhalte-Signal wahrgenommen wurde und ich stattdessen, auf einem
Stuhl stehend, mit einem Kazoo ein lautes akustisches Signal geben musste.
Beim Modellieren allerdings ging das Schwatzen allmählich in Gemurmel und
schliesslich konzentriertes Schweigen über – kreative Stille! Thomas Meury Abschluss
und Ausblick Als gemeinsamer Abschluss
besuchten wir zuerst die Bunte Moschee. Dabei
zeigten vor allem die Frauen, mazedonische und albanische, besonderes
Interesse. Für einige Albanerinnen war es das erste Mal, dass sie die Moschee
betraten. Andere wiederum warteten draussen. Danach fuhren wir nach Lesok und
besichtigten das Kloster, die alte und die neue und neu renovierte Kirche.
Letzteres war im Unterschied zur Moschee nicht für alle ganz frei von unguten
Gefühlen, da die Zerstörung der Kirche durch die Albaner erfolgt war. Doch beim anschliessenden
Mittagessen herrschte wieder die auch während dem Workshop inzwischen
selbstverständliche Durchmischung und lockere Atmosphäre. Schliesslich drängten dann
aber alle nach Hause. Im Rahmen kurzer abschliessender Worte sprachen wir eine
mögliche Weiterführung der Workshops ohne die Beteiligung von Friedensbrugg
nochmals an. Gesime und Vesna, eine Albanerin und eine Mazedonierin, beide
mehrmalige und sehr engagierte Teilnehmerinnen, erklärten sich bereit dafür
die Verantwortung zu übernehmen. Selbstverständlich wurde die
Frage der Weiterführung auch mit Zoran besprochen. Er hat sehr grosses
Interesse, macht aber deutlich, dass eine gewisse finanzielle Unterstützung
unerlässlich sei, da den Lehrpersonen in Mazedonien für Weiterbildung kein
einziger Dinar zur Verfügung stehe. Mit der Fragestellung nach
einer möglichen Unterstützung sowie mit einem durch den Abschied bedingten
weinenden und aufgrund des durchaus gelungenen Workshops lachenden Auge
reisten wir schliesslich in die Schweiz zurück. Kathrin
Thommen Programm Inhalte
und Ablauf November 06 Samstag, 25. November 06
Sonntag, 26. November 06
FRIEDENSBRUGG,
Postfach, 4102 Binningen, Schweiz |
FRIEDENSBRUGG, Postfach, CH-4102 Binningen, e-mail: info@friedensbrugg.chDesign:
MANDAPRO AG
Stand: 07. July 2010 |