Reisebericht:  Osijek  29. 9.  - 6. 10. 2001

 

29.9.   Abends Abfahrt mit dem Nachtzug nach Osijek ( P. u. M. Fankhauser, H. Zwicky, R. Lareida, Workshopleiter).

30.9.    Ankunft um ca. 18 h in Osijek, Treffen mit Mira Jelcic und Mira Vidakovic.

            Besprechung der Planung und Ablauf der Workshops.

1.10.   Kompostworkshop an der Berufsschule in Donji Miholjac.

Die Schule hat 4 Stufen Gymnasium, eine Abteilung Berufsschule (Mechaniker, Coiffeure, Verkäufer etc.) und eine landwirtschaftliche Abteilung. Ca. 800 Schüler besuchen die Schule.

An unserem Workshop nehmen 28 LehrerInnen ( von dieser und andern Schulen) und am Anfang auch der Bürgermeister teil.

Im praktischen Teil wird ein Kompostplatz im Garten der Schule eingerichtet. Alle haben Material zum Kompostieren von zu Hause mitgebracht. Zwei Lehrer haben schon einen grossen Komposthaufen mit Material vom Schulgelände begonnen. Sie werden dies künftig nun fachgerecht tun. Auch in der landwirtschaftlichen Abteilung wollen sie kompostieren.

Das Interesse an unserem Kurs ist sehr gross.

2.10.   Am Morgen Besuch des Biolandbaukurses an der Schule in Donj Miholjac (siehe Bericht P. Fankhauser).

Am Nachmittag Besuch auf der Farm (100 ha) des ehem. Boxchampion Mavrovic.

Besichtigung des Grosskompostplatzes der Farm. Hier wird sehr professionell kompostiert. Genaue Buchführung über Temperaturen, Analysen etc.. Das Ziel ist die Feldrandkompostierung. Es wird Mist, Stroh und ein Anteil Sägemehl auf langen Mieten kompostiert. Eine Wendemaschine steht zur Verfügung.

Rückfahrt nach Osijek. Beladen des Autos (Kompostgitter, Werkzeug etc.) für den nächsten Tag.

3.10.       Workshop an der Berufsschule in Beli Manastir.

Auch an dieser Schule werden 4 Klassen Gymnasium und Berufsschulklassen unterrichtet.

28 LehrerInnen und SchülerInnen (Handelsabteilung) besuchen den Workshop.

Auch hier wird im Garten ein Kompostplatz eingerichtet. Ziel der Schule ist es, ein praktisches Projekt. zum Kompostieren, Verarbeiten und Verkauf des Komposts durchzuführen.

4.10        Workshop an der Primarschule in Ilok.

Auf der Fahrt nach Ilok sehen wir viele Aufbau Fortschritte. In Borovo und auch nach Vukovar sind sehr viele Häuser wieder aufgebaut. Nur in der Innenstadt von Vukovar sieht es immer noch fast gleich aus.

Der Workshop findet an der Primarschule von Ilok statt. Es nehmen fünf LehrerInnen und Schüler verschiedener Klassen teil. Die Schüler machen fleissig mit.

Nach der Mittagspause besuchen wir den Kindergarten neben der Schule. Dort wird auch ein Kompostplatz eingerichtet. Die Schule wird dem Kindergarten zeigen, wie kompostiert werden muss. Die Rektorin (Mitglied des Kompostvereins) vom Kindergarten Mak , Ljubica Farkas, die uns auch begleitet hat, lädt die Leiterin des Kindergartens Ilok nach Osijek ein.

P.S. an diesem Kindergarten hat früher einmal ein Musikworkshop der FBL stattgefunden. Da die Rektorin aber noch nicht so lange dort ist, wusste sie nichts davon.

5.10.       M.Fankhauser nimmt am Planungsworkshop der Biopa teil. H. Zwicky und R. Lareida machen am Nachmittag einen Schiffsausflug (Fischereikontrollfahrt) auf der Drava und Donau mit Miro Jelcic.

6.10.       Marktbesuch, M. Fankhauser und R. Lareida Rückfahrt nach Basel

 

Die Workshops wurden diesmal alle von Mira Vidakovic von der Stadtverwaltung Osijek organisiert. Auch die Dolmetscherin arbeitet dort und hat ihre Arbeit vorzüglich erledigt.

Der Kompostverein hat das Material (Werkzeug, Gitter, Toptex) organisiert.

Seit 1997 wurden vom Kompostverein 53 Kompostplätze eingerichtet. Ein Teil dieser Einrichtungen wurden von Friedensbrugg finanziert. Andere Geldgeber sind die Englische Botschaft, die Stadt Osijek und die Zupanje.

 

Die Stadt Osijek führt am 18. 10. 2001 eine Partnerstadt Treffen zur Abfallproblematik und zum Kompostieren durch. Es werden die Städte Tuzla (Bosnien), Subotica (Jugoslawien), Pecs (Ungarn) und Pforzheim teilnehmen. Ich denke, es ist ein riesiger Fortschritt in Richtung eines neuen Miteinanders zu spüren und es zeigt auch, das dies heute wieder möglich ist.

 

Ausblick:

Das nächste Ziel wäre die Ausbildung von lokalen Kompostberatern (ev. D. Simonet, Kompostverantwortlicher in Basel). Dies sollte wenn möglich in einem grenzüberschreitenden Kurs geschehen. Diese Berater übernehmen dann auch die weitere Arbeit an den Schulen und in den Gemeinden. Mira Vidakovic von der Stadtverwaltung Osijek will eine Bedürfnisabklärung am Partnerstadt Treffen machen. Der Kurs würde ca. eine Woche dauern.

Gleichzeitig könnte eventuell ein Workshop (A. Spinnler, Umweltschutzamt BL) für Gemeindebehörden stattfinden, der zeigt wie techn. Lösungen für Abfallprobleme erarbeitet und zusammen mit der Bevölkerung praktisch umgesetzt werden.

Es scheint mir sehr wichtig, dass eine grenzüberschreitende Eigenständigkeit zur Lösung von Abfallproblemen in diesen Gebieten angestrebt wird und unsere Kurse somit überflüssig werden.

Margrit Fankhauser

 

 

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                                            Stand: 07. July 2010