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Folgende Programmpunkte wurden eingebaut in die Vernissage der Ausstellung: Lied von Othmar Schoeck: Muriel Fankhauser, Sopran:Keum Ha Chai, Klavier ’s ist Krieg: Text: M.Claudius Lehret mich der Busse frommen: Text: J.W. Goethe
Im Kampf um Frieden: eine Performance Konzept, Realisation und
Life-Percussion von
„Im
Kampf um Frieden“ -
eine Performance In der Performance wird die Geschichte einer Stadt erzählt, die seit dem Ausbruch der kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien im Jahr 1991 zum Symbol für Hass, Zerstörung und Vertreibung ----- aber auch für Verständigung, Neuaufbau und Neuorientierung geworden ist. Die Geschichte dieser Stadt steht symbolisch für ein „rituelles Städtemorden“ (Bogdan Bogdanovic), wie wir es auch für andere Städte in dieser Welt im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts wie Grosny (Tschetschenien), Kabul (Afghanistan) u.a. erfahren mussten. Die
Geschichte dieser Stadt im vergangenen Jahrzehnt steht aber auch allgemein für
die Sinnlosigkeit von kriegerischen Auseinandersetzungen in Konfliktsituationen. Das
Thema „Im Kampf um Frieden“ hatte bei der Gestaltung der Performance eine
mehrfache
– scheinbar widersprüchliche – Bedeutung. Die Geschichte des letzten
Jahrhunderts aber auch die Gegenwartsgeschichte verdeutlichen, dass die Bewältigung
von Konfliktsituationen mit dem Einsatz
kriegerischer Mittel von der „offiziellen“ Politik als
unvermeidbar
dargestellt wurde bzw. wird. Im militärischen Kampf wird der Frieden gesucht.
Die Tragik dieser Denkweise liegt aus meiner Sicht in der militärischen Logik.
Häufig gelingt es erst dann, eine Verständigung zu finden, wenn die militärische
Logik mit ihren vernichtenden Folgen und tiefen Wunden „gesiegt“ hat. Dem
„Kampf“ von Menschenrechtsorganisationen und Friedensgruppen liegt eine
andere Logik zugrunde. In ihrer Arbeit suchen sie nach nichtmilitärischen Lösungen,
suchen nach alternativen Wegen, Konflikte beizulegen oder zu vermeiden. Diese
unterschiedlichen Denk- und Vorgehensweisen versucht die Performance mit ihren
besonderen Gestaltungsmöglichkeiten aufzugreifen. In der performativen
Gestaltung werden verschiedene Aussagemöglichkeiten zusammengefügt: Redebeiträge,
informative Texte, dokumentarische Szenen, musikalische und akustische Sequenzen
aus Dokumenten, Bilder. Alle Beiträge beruhen auf authentischem Material. Das
so entstandene akustische Band wird von Bildsequenzen unterstützt, mit
percussiver Musik live begleitet oder in einzelnen Sequenzen solistisch
gestaltet. Vor dem Hintergrund
meiner langjährigen persönlichen Erfahrungen und Verbundenheit ist die
Performance der Stadt Vukovar (Grenzregion Kroatien, Jugoslawien, Bosnien,
Ungarn) gewidmet. Gérard Klausner
-Konzeption, Realisation und Live – Percussion
Der Künstler: Gérard Klausner ist seit vielen Jahren in der Friedensbewegung (Göttingen,
BRD) aktiv. Er hat den Einstieg von Friedens-brugg in
die oekologischen Projekte mitbe-gründet und mitbegleitet. Ebenfalls seit
vielen Jahren ist er als Perkussionist und Gestalter von Performances aktiv.
Die Lieder von Othmar Schöck Othmar Schoeck (1886 – 1957) ist der bedeutendste Schweizer Opern- und Lieder-Komponist und einer der Grossen im Strom der abendländischen Musik. Sein Lied-Werk hat die Lyrik der grossen Dichter von Goethe und Eichendorff bis zu Gottfried Keller und zu seinem persönlichen Freund Hermann Hesse vertont. Als Musikdirektor in St.Gallen 1917 – 1944 hat er seine bedeutenden Werke in den grossen Häusern der Schweiz und Deutschlands zur Aufführung gebracht. Das Gedicht der Krieg ist das früheste „Antikriegslied“ der deutschen Dichtung - und fast das einzige. Es wurde von Mathias Claudius (1740-1850), aus Goethes Sicht dem „Naivling“ unter den deutschen Dichtern der Zeit, bei Ausbruch des Bayrischen Erbfolgekrieges 1775 im Wandsbecker Boten in Hamburg veröffentlicht. Als absoluter Anachronismus in der damaligen Zeit hat es höchstens gelegentlich Germanisten beschäftigt. Erst in den letzten Jahren ist es fast zu einem Kultgedicht der Antikriegsbewegung geworden und wird auf vielen Friedensveranstaltungen zitiert. Die Vertonung von Schoeck wird vermutlich zum ersten Mal zu diesem Zweck gebraucht. Das Lied aus dem Zyklus „aus dem Buch der Betrachtungen“ greift ein Goethe-Gedicht auf, das sehr schön das Thema „ungeweinte Tränen“ illustriert. Die höchste der Tugenden, „der Busse frommen“ – das Bedauern und Beweinen der eigenen „Fehlleistungen“, der Ungerechtigkeiten gegenüber den Mitmenschen wäre ja die Möglichkeit, Kriege zu vermeiden. Die Interpreten: Muriel Fankhauser ist Lehrerin für Hauswirtschaft, Handarbeit, Werken und Gestalten in Oberwil. Sie steht zur Zeit in der Berufsausbildung zur Gesangslehrerin über den Weg des Schweizerischen Musikpädagogen Verbandes SMPV. Keum Ha Chai
wurde in Seoul, Korea, geboren. Sie wohnt seit 1994 in Basel. 1998 hat sie ihr
Studium bei Peter Efler und Krystian Zimerman mit dem Konzert-Diplom
abgeschlossen. An der Schola Cantorum Basiliensis ergänzte sie ihre Ausbildung mit Studien in historischer Aufführungspraxis auf dem Forte-piano
und erwarb eben das Diplom dazu. Keum Ha Chai konzertiert als Solistin und
Kammermusikerin in Korea, Deutschland, Frankreich und in der Schweiz. Neben
ihrer Konzerttätigkeit arbeitet sie als Korrepetitorin an der Musikschule
Basel und als Klavierpädagogin. Der
Krieg Text: M.Claudius ’s ist Krieg, ’s ist Krieg! O Gottes Engel wehre Und rede du darein! ’s ist leider Krieg und ich begehre, nicht schuld daran zu sein! Was sollt ich machen wenn im Schlaf mit Grämen und blutig, bleich und blass die Geister der Erschlagnen zu mir kämen, und vor mir weinten, was? Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten, verstümmelt und halb tot im Staub sich vor mir wälzten, und mir fluchten in ihrer Todesnot? Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute, so glücklich vor dem Krieg, nun alle elend, alle arme Leute, wehklagten über mich? Wenn Hunger, böse Seuch’ und ihre Nöten Freund, Freund und Feind im Grab versammelten, und mir zu Ehren krähten von einer Leich herab? Was hülf’ mir Kron und Gold und Ehre? Die könnten mich nicht freun! ’s ist leider Krieg und ich begehre nicht Schuld daran zu sein!
Lieder
aus dem Buch der
Betrachtungen I. Text:
(J.W. Goethe) Haben
sie von deinen Fehlen immer
viel erzählt, und,
fürwahr sie zu erzählen vielfach
sich gequält. Hätten
sie von deinem Guten freundlich
dir erzählt, mit
verständig treuen Winken, wie
man bessres tät; O
gewiss, das Allerbeste blieb
mir nicht verhehlt, das
fürwahr nur wenig Gäste in
der Klause zählt. Nun
als Schüler mich, zu kommen endlich
auserwählt, lehret
mich der Busse frommen, wenn der Mensch gefehlt. |
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MANDAPRO AG
Stand: 07. July 2010 |